Krebs im Erbgut: Millionen Österreicher ahnen nichts von ihrem Risiko
Rund eine von 300 Personen trägt eine Genveränderung, die das Krebsrisiko massiv erhöht. Das Brisante daran: Die meisten Betroffenen wissen es nicht. Zum Welt-Lynch-Syndrom-Tag am 22. März macht die Österreichische Krebshilfe auf das Risiko aufmerksam.
Das Lynch-Syndrom ist eine angeborene Keimbahnmutation, die bereits bei der Geburt in allen Körperzellen vorhanden ist. Sie beeinträchtigt jene Reparaturmechanismen der DNA, die normalerweise Fehler im Erbgut korrigieren. Häufen sich diese Schäden an, steigt das Risiko für Krebs deutlich. Besonders häufig betroffen sind Dickdarm und Gebärmutterkörper, aber auch urologische Tumoren sowie bestimmte Formen von Hautkrebs können mit dem Syndrom zusammenhängen.
Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda betont: „Erbliche Krebsveranlagungen wie das Lynch-Syndrom rücken zunehmend in den Fokus der Krebsmedizin. Das Wissen um eine genetische Veranlagung ist kein unabänderliches Schicksal, sondern eine Chance für aktive Vorsorgeentscheidungen." Gleichzeitig stellt er fest: „Viele Betroffene wissen leider nicht, dass sie Träger einer entsprechenden Genveränderung sind."
Univ.-Prof. Dr. Stephan Polterauer, Professor für gynäkologische Onkologie an der MedUni Wien, unterstreicht die medizinische Bedeutung: „Durch gezielte Vorsorge, genetische Abklärung und Früherkennung können viele Krebserkrankungen verhindert oder in einem heilbaren Stadium erkannt werden."
Häufen sich Krebserkrankungen in der Familie, so empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Arzt. Eine genetische Abklärung kann entscheidend sein, denn: Wer von seiner Veranlagung weiß, hat die Möglichkeit, gezielt gegenzusteuern.
Die Österreichische Krebshilfe stellt zu diesem Anlass eine neue Broschüre zum Lynch-Syndrom zur Verfügung, um wichtige Fragen für Betroffene und ihre Familien zu klären.
22. März 2026
