Veganismus steuert Liebe und Sex
Eine aktuelle Studie mit 2.100 vegan lebenden Frauen analysierte erstmals systematisch, ob Veganismus eine eigenständige Rolle bei sexueller Anziehung, Partnerwahl und Beziehungserleben spielt. Ziel der Studie war es zu klären, ob für manche Menschen eine besondere sexuelle Präferenz für vegan lebende Partner existiert und wie sich gemeinsame Ernährungsweisen auf Partnerschaft und Sexualität auswirken.
Ausgangspunkt der Untersuchung war das Konzept der sogenannten Vegansexualität. Darunter wird eine sexuelle oder romantische Präferenz für Personen verstanden, die ebenfalls vegan leben. Das Konzept wurde zuvor in der wissenschaftlichen Diskussion vorgestellt, aber nur selten empirisch untersucht.
Die Auswertung der Befragungsdaten zeigt, dass ein gemeinsamer veganer Lebensstil für viele Teilnehmerinnen eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl spielt. Ein erheblicher Teil der Befragten gab an, sich stärker zu Personen hingezogen zu fühlen, die ebenfalls vegan leben. Als Gründe werden häufig gemeinsame ethische Überzeugungen, ähnliche Alltagsgewohnheiten und eine größere Übereinstimmung bei zentralen Werten genannt.
Darüber hinaus berichteten viele Teilnehmerinnen, dass eine gemeinsame Ernährungsweise Konflikte im Alltag reduzieren kann. Unterschiede in der Ernährung führen in Beziehungen häufig zu Spannungen, etwa bei gemeinsamen Mahlzeiten, sozialen Aktivitäten oder moralischen Einstellungen zum Umgang mit Tieren. Eine gemeinsame vegane Lebensweise kann solche Konfliktfelder verringern und damit die Zufriedenheit in der Partnerschaft verbessern.
Auch im Bereich der sexuellen Zufriedenheit zeigte sich ein Zusammenhang mit der Übereinstimmung im Lebensstil. Paare mit ähnlichen ethischen und sozialen Einstellungen berichten häufig über ein stärkeres Gefühl emotionaler Nähe, was wiederum mit höherer sexueller Zufriedenheit verbunden sein kann.
Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass Lebensstilentscheidungen wie Veganismus nicht nur gesundheitliche oder ökologische Aspekte betreffen, sondern auch Auswirkungen auf Partnerschaft und Intimität haben können. Weitere Forschung ist notwendig, um diese Zusammenhänge in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und kulturellen Kontexten genauer zu untersuchen
10. Februar 2026