Durchbruch bei Pankreaskrebs

Ein international besetztes Expertenteam unter der Leitung von Alexander C. Giménez hat erstmals eine einheitliche Definition für oligometastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal The Lancet Oncology veröffentlicht. 

Diese Definition richtet sich an Patienten mit maximal 3 Metastasen in einem Organ, typischerweise Leber oder Lunge, und unterscheidet zwischen synchroner Oligometastasierung, die bei Erstdiagnose auftritt, und metachroner Oligometastasierung, die sich im Verlauf der Erkrankung entwickelt. Ein längeres Intervall zwischen Erstdiagnose und Auftreten weiterer Metastasen gilt als günstiger für die Prognose.

Für die Diagnostik empfehlen die Experten eine umfassende Bildgebung, einschließlich kontrastverstärkter CT von Brust und Abdomen sowie MRT der Leber, und die Bewertung durch ein multidisziplinäres Tumorboard aus Chirurgie, Onkologie, Radiologie und Strahlentherapie. „Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den besonders aggressiven Tumoren. Mit dieser Definition können wir erstmals klar festlegen, welche Patienten von erweiterten Therapien profitieren“, erklärt Giménez.

Auf Basis realer Fälle empfehlen die Fachleute eine Kombination aus systemischer Chemotherapie und gezielten lokalen Eingriffen wie Operation oder Bestrahlung, abhängig vom Zeitpunkt der Metastasenbildung. Bei synchroner Streuung rückt die chirurgische Entfernung von Primärtumor und Metastasen in den Vordergrund, während bei später auftretenden Metastasen die lokale Behandlung der Metastasen selbst im Fokus steht.

Der Konsens schafft nicht nur die Grundlage für individualisierte Therapien, sondern ermöglicht auch eine bessere Vergleichbarkeit künftiger Studien und eröffnet neue Wege für gezielte Behandlungsstrategien bei einer bisher schwer therapierbaren Patientengruppe.

10. März 2026